Wenn Tante Inge die Stirn runzelt und fragt: „Freie Trauung, warum macht man sowas denn?“

…dann antwortet ihr vielleicht: „Wir wünschen uns eine freie Trauung, weil jeder der uns wichtig ist wissen soll, dass wir uns lieben und deshalb „Ja“ zueinander sagen.“
















Gut möglich, dass Tante Inge dann immer noch die Stirn in Falten liegen hat und nicht versteht, worum es bei einer freien Trauung genau geht. Das ist aber erstmal gar nicht wichtig. Wichtig ist, dass ihr euch liebt und das macht, was euer Herz euch sagt.

Eine freie Trauung gibt eurer Liebeserklärung füreinander einen offiziellen Rahmen. Hier nehmt ihr euch während der Zeremonie die Zeit eure Liebe zueinander zu würdigen, bevor ihr sie danach bei einem rauschenden Fest feiert und betanzt.


DER ABLAUF


Vom Ablauf her enthält eine freie Trauung ähnliche Elemente wie eine kirchliche Trauung. Aber sie setzt keine Religiosität voraus. Das bedeutet aber nicht im gleichen Zuge, dass christliche Elemente darin keinen Platz haben dürfen.

Wenn ihr euch beispielsweise ein Gebet wünscht, so ist auch das im Ablauf möglich.



KLASSISCHE ELEMENTE


Die klassischen Elemente wie die Traufrage, das Ja-Wort, der Ringtausch und natürlich der Kuss sind auch bei der freien Trauung Kernelemente. Und auch Raum für Wünsche der Gäste ans Brautpaar in Form von Ritualen oder Wortbeiträgen werden gerne genutzt. Denn es geht am Ende darum, dass nicht nur ihr als Brautpaar eure Liebe hör- und sichtbar für alle macht, die euch am Herzen liegen, sondern dass auch die vertrauten Menschen um euch herum euch als Brautpaar annehmen und euch die besten Wünsche mit auf den Eheweg geben.


IST EINE FREIE TRAUUNG RECHTSVERBINDLICH?


Eines ist die freie Trauung allerdings nicht: rechtsverbindlich. Sie ersetze keine standesamtliche Trauung. Vor dem Gesetzt seid ihr nur durch die standesamtliche Trauung Mann und Frau. Unter Umständen kann sich eine standesamtliche Trauung mit einer freien Trauung kombinieren lassen. Das setzt allerdings ein flexibles Standesamt samt flexiblem Standesbeamten oder flexibler Standesbeamtin voraus. In jedem Fall sind dann auch Details zu beachten, die den Amtscharakter unterstreichen, denn eine standesamtliche Trauung hat tatsächlich in Deutschland vorschriftsmäßig „unter einem Dach“ stattzufinden. Müsst ihr da schmunzeln? Ich habe da ehrlicherweise schon etwas grinsen müssen, als ich das zum ersten Mal gehört habe und dachte „lang lebe die Bürokratie“.


Gerade aber weil die freie Trauung keine rechtliche Bewandtnis hat, muss sie keinem strengen Protokoll folgen. Normalerweise findet sie nach der standesamtlichen Trauung statt. Das ist aber kein Muss. Sie setzt nicht einmal einen standesamtlichen Akt voraus. Es gibt durchaus auch Paare, die sich nur durch die freie Trauung Mann und Frau nennen möchten und dafür die freie Trauung wählen.


FREIE TRAUUNG - SO FREI WIE DIE LIEBE


Und eine freie Trauung kennt natürlich weder Alter, noch Geschlecht, noch Nationalität – die Liebe ist frei und sucht sich ihren Weg. Egal ob ihr 85 oder 21 seid, Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau oder geschlechtsneutral – in der freien Trauung geht es nur um das Eine: dass wir eure Liebe zelebrieren und feiern dürfen.

Und am Ende, wird es auch Tante Inge sehr gefallen und ich höre sie bereits schluchzend sagen „schöner hätte ich es mir gar nicht vorstellen können“. Denn die liebt euch auch und wird vermutlich die erste sein, die das Taschentuch zückt, wenn ihr euch nach dem Ja-Wort endlich küssen dürft.


Ich freue mich drauf. Bis bald!



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